Rund um den Passwang
Der Passwang ist ein Bergkamm und Aussichtspunkt (1'204 m ü. M.) im schweizerischen Jura, im Kanton Solothurn, zwischen Mümliswil und Reigoldswil.
Der gleichnamige 20 Kilometer lange Passübergang, bekannt als Passwangstrasse, westlich des Kammes, verbindet das Laufental und das Schwarzbubenland über die Thiersteiner Gemeinden Büsserach, Erschwil und Beinwil mit Balsthal, dem Jurasüdfuss und damit auch mit dem schweizerischen Mittelland. Die Strasse erreicht eine Höhe von 943 m ü. M. und unterfährt an ihrem Kulminationspunkt die felsige Jurakrete in einem etwa 200 m langen Tunnel, dem Zingelentunnel.
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Die alte Passwangstrasse
Der alte Passübergang verbindet den Bezirk Thal südlich des Passwangs mit dem Schwarzbubenland nördlich des Passwangs. Sein alter Name "Barschwang" ist fast in Vergessenheit geraten und wird nur noch von alten Guldentalern und Beinwilern gepflegt. Vor dem Bau des Zingelentunnels auf der Passwanghöhe war dieser Passübergang sehr steil und daher von Fuhrwerken nur mühsam zu befahren. Diese "alte Passwangstrasse" beginnt bei der Mümliswiler Käserei, führt den "Rank" hinauf und verläuft in gleichmässiger Steigung über das obere Reckenkien. Es lohnt sich, diesen alten Passübergang an einem schönen Tag zu Fuss abzulaufen. Über die ungewöhnliche Steigung der alten Passwangstrasse schrieb Urs Peter Strohmeier schon 1836:
»Die Strasse über diesen Berg wurde 1730 unter dem Bauherrn Suri erbauet; sie steigt an vielen Orten über 20 Fuss Prozent, und ist unstreitig die schlechteste Communikationsstrasse der Schweiz, obwohl sie eine der volksreichsten Amteien mit der Hauptstadt des Kantons verbindet. Es scheint, man habe beim Baue dieser halsbrecherischen Strasse die höchsten Joche und unschicklichsten Stellen geflissentlich ausgewählt, um sie da durchzuführen.«
Die Tonlithographie von Constantin Guise zeigt den Gasthof Neuhüsli an der Passwangstrasse um 1850. Er liegt auf Beinwiler Boden. (Original in der Zentralbibliothek Zürich) .
Partie am Passwang. Aquarellierte Federzeichnung von Rudolf Müller um 1830, Kunstmuseum Olten
Der "Passwang-Berglauf", organisert vom Skiclub Mümliswil, führt über diesen alten Weg mit ein paar schönen alten Wegkreuzen. Sie zeugen von längst vergangenen Unfällen. Dr. Oskar Wendel schrieb 1851 in seinem «Topographisch-statistisch-historischen Führer zu den schönsten Standpunkten und vorzüglichsten Naturschönheiten der Schweiz» (Weimar, S.304):
»Der Passwang, in der Volkssprache: Baschwang, auch Passwand, ein Gebirgsrücken des Jura im Kanton Solothurn, liegt 3730 Fusshoch, bietet auf seiner Höhe eine ausgedehnte, reizende Aussicht dar und ist deshalb noch bemerkenswerth, weil auf demselben, wie auch auf den nahen Alpen, ein vortrefflicher Käse bereitet wird. Am nördlichen Abhange desselben wurde im März 1798 ein hier stationirendes, französisches Bataillon von Solothurner Landleuten überfallen und vertrieben.«
Die heutige neue Passwangstrasse über Ramiswil ist landschaftlich ebenso reizvoll. Auf halber Höhe steht die Hl. Blutkapelle Vorder Beibelberg, ein beliebter Aussichts- und Hochzeitort. Wer glaubt, dass er sich nach Durchquerung des Zingelentunnels bereits im Bezirk Thierstein befindet, irrt sich. Zum Gemeindegebiet von Mümliswil-Ramiswil gehört auch noch ein ansehnliches Stück auf der Nordseite. Der Hof "Unter Passwang" gegenüber dem Nordportal des Tunnels wie auch die beiden Höfe "Ober Schilt" und "Unter Schilt" auf 800 m Höhe befinden sich noch auf Ramiswiler Boden, während das "Schiltloch" bereits zu Beinwil gehört.
Bilder vom Passwang:
Link-Tipps:
Wanderung Passwang - Hohe Winde - Scheltenpass - Mervelier
Berggasthaus Obere Wechten
Skihütte Hohe Winde

