Basel, 16. Januar 2012 - Renato Salvi
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Sicherlich, da bin ich mir sicher, ist Ihnen mit Sicherheit Ihre Sicherheit wichtig. Das geht jedem so. Umso erschütterlicher, wenn man in den Medien vernimmt, dass die Menschen sich in Basel nicht mehr sicher fühlen. Warum auch immer.
Vielleicht hat man Angst davor, dass ein anderer Mensch das hart ersparte Geld vom Konto raubt. Ich spiele da nicht auf meine Frau an! Ich sage ja immer: Wenn ein Gauner mir mal meine Kreditkarte stiehlt, dann holt er sich bestimmt weniger Geld von meinem Konto als meine Frau! Aber das gehört jetzt nicht hier her – tschuldigung!
Die Stadt Basel ist nicht mehr sicher! Das bestätigen zahlreiche Medienberichte und Aussagen von Polizisten. Aber was kann man dagegen tun, oder besser gefragt, wie geht man damit um?
Zufällig traf ich heute Morgen im Lift meinen Nachbarn. Er war auf dem Weg zum Briefkasten und erzählte mir, dass er seit Monaten nicht mehr aus dem Haus gehe, da er um seine Sicherheit fürchtet. Er sei nun pensioniert, gesund und wolle dies auch noch lange bleiben! Das ist die Lösung.
Wenn man sich draussen nicht mehr sicher sein kann, dann bleibt man eben drinnen. Der Lieferdienst eines Grossverteilers bringt ihm einmal die Woche alles Lebensnotwendige, erklärte er mir. Via Computer unterhält er Kontakte zu seiner Familie, oder sie kommen ihn besuchen statt umgekehrt. Wenn er was Spezielles einkaufen gehen muss, dann erledigt dies seine Tochter und das TV Programm sei eh besser als die blöden Filme im Kino. Die können sich die Schädel einhauen und rumballern wie sie wollen, das ginge ihn nichts mehr an!
Nun sucht er sich nur noch eine junge Frau – seine sei ihm nach 40 Jahren davon gelaufen, weil er nichts mehr unternehmen wollte – und dann könnten sich alle anderen gegenseitig umbringen. Und wenn am Schluss nur noch er und seine neue Freundin übrig blieben, würden sie schon für das Weiterbestehen der Welt sorgen. Er sagte dies, mit einem etwas schlüpfrigen Unterton und stolperte aus dem Lift, strauchelte und fiel voll auf sein Gesicht: Nasenbeinbruch.
Nachdem der Arzt dann wieder gegangen war, versprach ich ihm, täglich seine Post auf die Fussmatte vor seine Türe zu legen.
Mann weiss ja nie was passieren kann, wenn man die Wohnung verlässt....
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Wöchentliche Kolumne von
Renato Salvi
Schauspieler, Regisseur, Autor
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