Lützel durch Auenprojekt ökologisch aufgewertet
Laufen, 27. 01.2012
Mehr Lebensraum für die Lützel in der Gemeinde Laufen
Der Kanton Basel-Landschaft hat einen Teil der Lützel in Laufen revitalisiert und durch ein Auenprojekt ökologisch aufgewertet.
Die Lützel schlängelt sich in vielen Windungen durchs gleichnamige Tal und überrascht mit ihrem dichten Uferbewuchs. Hier nisten noch Wasseramsel und Eisvogel. Das Flüsschen ist zudem ein Gewässer, das überdurchschnittlich viele Krebse aufweist.
Im Gebiet „Säuschüre“, kurz vor der Mündung in die Birs, trat das typische Juragewässer bei Hochwasser oft über die Ufer und überschwemmte das anstossende Land. Der Kanton Basel-Landschaft hat nun eine Privatparzelle erworben und ökologisch aufgewertet. Davon profitieren Fauna und Flora.
Das kantonale Auenprojekt wurde finanziell durch den Ökofonds der Birseck Hydro AG, eine Gesellschaft, an welcher die EBM (Genossenschaft Elektra Birseck) beteiligt ist, und von Pro Natura Baselland aus dem Fonds "Hallo Biber" grosszügig unterstützt. Nebst Aspekten des Naturschutzes, des Hochwasserschutzes und des Wasserbaus wurden auch die Anliegen der Fischer mitberücksichtigt.
Beim Projekt entschlossen sich die Fachleute, das Bachbett der Lützel teilweise umzulenken. Führt die Lützel mehr Wasser als gewöhnlich, gelangt ein Teil in das neuangelegte Gerinne, welches etwa 4-mal breiter als die bestehende Lützelsohle ist. Ein Teil des bestehenden Bachufers wurde nicht verändert. So wird verhindert, dass das Wasser in den Fluss zurück fliesst.
Die Ufer der neuen Aufweitungsflächen wurden so flach wie möglich angelegt. Die neuen Uferpartien werden sich durch das im Bach mitgeführte Geschiebe und durch Erosion selbst gestalten. Vereinzelt wurden ein paar Reisig- und Rutenbündel (Faschinen) sowie Granitsteine eingebaut.
Das gesamte Aushubmaterial wurde vor Ort entlang der Kantonsstrasse abgelagert. Im Frühling wird eine Magerwiesenmischung angesät. Im restlichen Gebiet der Aue kann sich die Vegetation selbst entwickeln. So entsteht ein offener Bewuchs in diesem teilweise eng eingeschnittenen Tal.
Die Bauarbeiten begannen aus Rücksicht auf Fische und Krebse erst Mitte Oktober 2011. Als Folge des schönen und trockenen Herbstwetters konnten die Arbeiten Mitte November 2011 erfolgreich abgeschlossen werden. Die Kosten der Bauausführungen von rund Fr. 85'000.- entsprechen dem Kostenvoranschlag.
BAU- UND UMWELTSCHUTZDIREKTION Basel-Landschaft
Kommunikation
Die Lützel
Die Lützel (frz. Lucelle) ist ein in der Schweiz und in Frankreich liegender Nebenfluss der Birs.
Sie hat zwei Hauptquellbäche: den Bief de la Côte de Mai südwestlich von Pleigne und einen weiteren, etwa gleich starken Bach südlich und westlich von Bourrignon. Beide Bäche vereinigen sich südlich des Weilers Le Moulin auf Gemeindegebiet von Bourrignon und durchströmen anschliessend eine Klus.
Beim Pleigner Weiler Lucelle wird der Etang de Lucelle gestaut. Kurz unterhalb des Sees erfolgt am Grenzstein 31 der Übertritt auf das Gebiet der französischen Gemeinde Lucelle, in den Bezirk des früheren Klosters Lützel. Wenige 100 Meter später, am Grenzstein 29, wird die Lützel für etwa 11 Kilometer Grenzfluss zwischen der Schweiz und Frankreich und quert dabei zuerst das ehemalige Territorium der Abtei Lützel (bereits seit Le Moulin) und das der Herrschaft Löwenburg, heute verteilt auf die Gemeinden Pleigne im Süden und Lucelle im Norden.
Ab etwa Neumühle/Moulin-Neuf trennt die Lützel die Gemeinden Kiffis und Roggenburg. Bei Klösterli tritt sie wieder ganz in die Schweiz ein, quert die Gemarkungen Kleinlützel und Röschenz und mündet schliesslich als Grenzfluss der Gemarkungen von Laufen und Liesberg in die Birs.
Route internationale
Dort, wo die Lützel Grenzfluss ist, verläuft eine französische Hauptstrasse mit dem Status Route internationale, die mehrmals ohne Zollanlagen die Grenze, also die Lützel, überquert. Sie spielt eine wichtige Rolle für die schweizerischen Gemeinden Roggenburg und Ederswiler, da über sie die schnellste Verbindung vor allem nach Westen Richtung Laufental und nach Osten Richtung Lucelle und Ajoie ermöglicht wird. Auf der Route internationale verkehren schweizerische Postautos der Linie 112. Eine Passage in Schweizer Armeeuniform ist nicht zugelassen, so dass v.a. die in Bure JU zur Ausbildung stationierten Armeeangehörigen den Umweg über Delsberg über den Col des Rangiers resp. durch die Tunnels des Mont Russelin und Mont Terri (Eisenbahn oder Autobahn) via St. Ursanne nehmen müssen.
Einzugsgebiet









